Wörtersee – Wenn Schreiben Gedanken ordnet

Notizen zwischen Leipzig und Florenz

Schreiben fühlt sich manchmal so an: Gedanken treiben durcheinander, ohne Richtung.

Was ist die Steigerung von Buchstabensuppe? Haha! Wörtersee!

Mein gequältes Lachen – halb belustigt, halb wahnsinnig – sagt wohl einiges über meinen Gemütszustand aus. Aber so ist das eben, wenn man zu lange auf Buchstaben starrt. Irgendwann beginnen sie, zurückzustarren.

An manchen Tagen fühlt sich das Schreiben genau so an. Man sitzt da, starrt auf den Bildschirm
und alles, was man sieht, ist ein alphabetischer Eintopf. N, R, T, E, A – alles da, nur kein Sinn.

Das Alphabet treibt an einem vorbei, schwimmt in loser Reihenfolge durchs Hirn. Buchstabensuppe, überall. Man rührt, löscht, fügt wieder hinzu, hofft auf Grammatik durch Dudens Gnade.

Irgendwann verliert man die Übersicht. Die Suppe blubbert und man überlegt, ob man den Text einfach in die Spüle kippt. Aber dann entdeckt man zwischen den Buchstaben einen kleinen Satz, der bleibt. Einen, der nicht zerkocht.

Und das ist der Moment, in dem man merkt: Es war gar nicht umsonst.

Schreiben ist für mich genau das: Ein permanenter Versuch, im Chaos Ordnung zu finden. Oder wenigstens eine Pointe. Ein ewiger Balanceakt zwischen Genialität und geistigem Suppenkoma.

Schreiben ist kein Spaziergang durch perfekte Worte. Es ist ein dauerndes Umrühren, Probieren, Wegkippen und Wiederanfangen. Und manchmal – ganz selten – wird aus der Suppe tatsächlich ein See. Mit Tiefe. Mit Spiegelung. Mit Bedeutung.

Weitergedacht:
  •  Warum ich schreibe – Bekenntnisse eines Schreiberlings
  •  Selbstzweifel
  •  Wenn etwas dazwischenkommt – Ein Buchprojekt pausieren

Manche dieser Notizen enden nicht hier.
Sie gehen weiter – in meinen Büchern.

 

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