Warum ich schreibe – Bekenntnisse eines Schreiberlings

Notizen zwischen Leipzig und Florenz

Warum ich schreibe, lässt sich schwer erklären. Es beginnt selten mit einem Plan. Eher mit einem Gedanken, der immer wiederkehrt.

Ich bin wie ein Welpe. Nicht auf Social Media – da schnüffle ich mich nur durch. Beim Schreiben schon. Belletristik, Sachbuch, Selbstversuch – alles dabei. Ich erkunde Genres wie ein junger Hund den Garten: neugierig, schnuppernd, wach – und mit dem Wunsch, irgendwo meine Spur zu hinterlassen. Nicht laut. Aber deutlich.

Im echten Leben bringe ich Menschen auf die Schiene. Leipziger Straßenbahnschienen. Montag bis Freitag. Planbar. Monoton. Ein Alltag, der surrt wie das Neonlicht in der Betriebskantine. Verlässlich, stumpf, funktional. Häufig so reizvoll wie ein abgestellter Bus im Nieselregen.

Und doch schreibe ich.

Denn irgendwo zwischen Tarifen, Fahrplänen und Formblättern steckt da einer in mir, der unruhig ist. Der nachts Sätze notiert, statt zu schlafen. Der glaubt, dass Wörter mehr bewirken können als Deutschlandtickets. Nicht, weil sie laut sind. Sondern weil sie ehrlich sind. Und manchmal brennen. Und zünden.

Zwischen Tarifen, Fahrplänen und Formblättern
steckt da einer, der unruhig ist.

Ob ich ein Autor bin?
Ich glaube nicht.

Thomas Mann, Franz Kafka – das sind Autoren. Ich bin ein Schreiberling mit übertriebenem Anspruch
und einem Hang zur Selbstironie.

Vielleicht ist das der Grund, warum ich weiterschreibe.

Ich schreibe über Espresso und das menschliche Scheitern. Über Italien, Irrsinn und das Leben dazwischen. Mit einem alten Kater namens Max als treuen Gefährten und einem Soundtrack aus Pink Floyd, Vivaldi und dem 10-Minuten-Takt der Straßenbahn.

Ich schreibe. Basta.

Weitergedacht:
  •  Ein Buchprojekt pausieren – Warum eine Geschichte manchmal warten muss
  •  Selbstzweifel

Manche dieser Notizen enden nicht hier.
Sie gehen weiter – in meinen Büchern.

 

Brief aus Italien

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