Ein deutscher Autor
in der Toskana
Vom deutschen Büro in die toskanische Schreibstube. Ich saß in einem dieser tristen Büros, in denen selbst die Luft keine Lust mehr hatte.
Acht Stunden täglich Monotonie – mit Excel-Tabellen und belanglosen Gesprächen. Irgendwann war mein Kopf voller Watte, mein Herz auf Stand-by. Alles, was einmal lebendig war, auf Sparflamme.
Dann bin ich gegangen. Nicht aus Mut, sondern aus Müdigkeit. Ohne Plan B, aber mit dem diffusen Gefühl, dass das nicht alles gewesen sein kann.
Bin losgefahren, runter von der Schnellstraße, irgendwohin, wo man wieder atmen kann. In der Toskana bin ich gelandet – wieder. Nicht zum ersten Mal, aber vielleicht endgültig. Schon vor zwanzig Jahren war sie mein Zuhause. Vielleicht war ich schon damals ein deutscher Autor in der Toskana – ich hatte es nur vergessen. Dann kam das Leben dazwischen, ein anderer Weg, ein anderes Land. Jetzt bin ich zurück. Nicht aus einer Laune heraus, sondern weil es an der Zeit war.
Heute schreibe ich. Nicht, weil ich mich für einen großen deutschen Autor halte, sondern weil ich es muss. Weil da Sätze sind, die heraus wollen.
Dort, zwischen alten Mauern und Olivenhainen, ist etwas aufgegangen, das lange verschüttet war. Die Sprache. Die Bilder. Die Geschichten. Ich schreibe Bücher, die sich nicht anbiedern. Sie riechen nach Espresso, Straßenstaub und dem Versuch, sich selbst wieder näherzukommen.
edizione cooper campoli ist aus diesem Freiheitsmoment entstanden – irgendwo zwischen Leipzig und einer toskanischen Dorfstraße, die nach warmem Stein riecht.
Für alle, die unterwegs sind.
In Ländern. In Gedanken. Im eigenen Leben.