Selbstzweifel

Notizen zwischen Leipzig und Florenz

Sie kommen nicht als große Krise. Sondern als Gedanke, der sich festsetzt. Selbstzweifel kommen leise.

Ob ich ein Autor bin? Ich war mir da lange nicht sicher.

Thomas Mann, Franz Kafka – das sind Autoren. Die hatten Stil, Format, und vermutlich weniger Zweifel. Ich dagegen? Ich schreibe. Ich streiche. Ich fluche. Ich zweifle. Dann schreibe ich wieder. Und fange von vorn an. Ein Schreiberling, dachte ich immer. Kein Titel. Kein Vertrag. Kein Literaturpreis.

Bis mir kürzlich eine Kollegin – halb Muse, halb Exorzistin – einen Satz ins Ohr geflüstert hat, der wie ein Bannspruch gegen falsche Bescheidenheit wirkt:

Wer liebt, was er schreibt und daran zweifelt, ist ein Autor. Punkt.
Der Rest ist Eitelkeit oder Verlagsvorschuss.

Bämm! Direkt ins Hirn. Und ein bisschen ins Herz. Ich hab den Satz nicht vergessen. Und irgendwie ist seither was anders. Nicht größer. Nicht besser. Aber ehrlicher.

Vielleicht bin ich kein Thomas Mann. Aber ich schreibe. Weil ich’s liebe. Vielleicht reicht das fürs Erste. Vielleicht ist das schon alles. Vielleicht ist das genau der Punkt.

Zweifel inklusive.

Manche dieser Notizen enden nicht hier.
Sie gehen weiter – in meinen Büchern.

 

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