Zwiebelzöpfe, Papierwirbel & himmlische Boten

Notizen zwischen Leipzig und Florenz

Ein Familienerbstück muss nicht in einer Vitrine stehen. Auf Elba wird eines jedes Jahr ausgesät. Mit dieser Geschichte beginnt die Toskana Wochenschau und führt weiter zu marmoriertem Papier aus Florenz, einer verschwundenen Weinöffnung und Engeln in Siena. Unterwegs begegnen uns Franz von Assisi, ein frisch restaurierter Glaspalast und Oldtimerfahrer, die ihr Navi gegen eine Papierkarte tauschen. Zum Schluss landet die Zwiebel dann dort, wo sie ebenfalls gut aufgehoben ist: auf dem Pastateller.

Cipolla di Patresi: Ein Familienerbe auf Elba

Als Kind saß Vincenzo Anselmi zwischen den Zwiebelzöpfen und trennte Samen von der Spreu. Andere Erinnerungen führen ihn in die Weinberge, wo er Unkraut zwischen den Reben entfernte. Landwirtschaft gehörte im Westen Elbas zum Familienalltag. Großeltern und Eltern lebten sie ihm vor, und Vincenzo half mit. Heute möchte er seinen Kindern und Enkeln etwas von dieser Verbundenheit mitgeben.

Sein Großvater Oreste war Ziegenhirte in Serraventosa. Vincenzo, inzwischen 65, geht noch immer auf den Wegen seiner Kindheit. Von der alten Hirtenwelt sind dort vor allem Mauerreste und verlassene Unterstände geblieben. Doch ein anderes Stück Familiengeschichte ließ sich retten: die Cipolla di Patresi. Ihre Samen hatte seine Mutter von ihrer Mutter übernommen und später an ihn weitergegeben.

Eine Zwiebel als Erbstück – die muss man jedes Jahr wieder aussäen.

Als Agostino Stefani von der Scuola Superiore Sant’Anna in Pisa nach alten Sorten auf Elba suchte, stellte die Familie ihr Saatgut zur Verfügung. Es wurde vermehrt und an weitere Landwirte verteilt. Freiwillige halfen dabei, die allmählich verschwindende Sorte wieder anzubauen. Die besonders süße Zwiebel hatte lange zur einfachen Inselküche gehört; früher wuchs sie an feuchten Grabenrändern.

Mit seinem Sohn Matteo repariert Vincenzo außerdem die Trockenmauern, die einst die kleinen Weinbergterrassen stützten. Wildschweine reißen sie auf der Suche nach Tieren im Inneren auseinander. Vater und Sohn setzen die Steine wieder zusammen; junge Helfer beginnen, das Handwerk zu lernen. Auch hier wird etwas weitergegeben, das sich kaum allein aus einem Buch lernen lässt.

Am Esstisch laufen diese Fäden wieder zusammen. Nach dem Gericht gefragt, das ihn am stärksten an seine Familie erinnert, nennt Vincenzo Totano con la cipolla: Kalmar mit Zwiebeln. Die Samen seiner Großmutter haben einen langen Weg zurückgelegt. Bis auf den Teller. Erinnerung, die man essen kann.

  Galerie: Bilder der Woche 1 bis 5

Hitze und Trockenheit in der Toskana:
Wie Landwirte ihre Ernten schützen

Dreißig Hektar Apfelbäume musste der Betrieb von Monica Illuminati in der Valdichiana roden. Die künstlich angelegten Wasserspeicher reichten nicht mehr aus, berichtet sie dem Corriere Fiorentino. Eine Entscheidung, deren Folgen über eine schlechte Ernte hinausreichen: Wo die Bäume fehlen, wächst auch im nächsten Jahr kein Apfel.

Hitze setzt den Kulturen unterschiedlich zu. Trauben und Oliven reifen früher, sofern sie die Trockenheit überstehen. Äpfel hingegen können bei zu hohen Temperaturen ihr Wachstum einstellen. Und während der Sommer für uns längst vorbei ist, steckt er noch im Boden: Kohl, Brokkoli und Radicchio brauchen beim Start in die kühlere Jahreszeit zusätzliche Bewässerung, weil die Erde zu trocken und zu heiß ist.

Die Landwirte verändern ihre Handgriffe. Blätter werden so angeordnet, dass sie Früchte vor Sonnenbrand schützen. Auf Gemüsefeldern ersetzen weiße Folien die schwarzen: Sie reflektieren die Hitze besser und schützen die Wurzeln. Zugleich wird der richtige Saattermin zum Glücksspiel. Wer ihn verpasst, muss unter Umständen ein zweites Mal säen … und erneut bezahlen.

Der landwirtschaftliche Sommer endet also weder mit dem letzten heißen Tag noch mit der Weinlese. Seine Folgen wachsen mit ins nächste Gemüsebeet. Und sie entscheiden darüber, was später auf unseren Tellern liegt.

Toskana Wochenschau – Tepidarium del Roster im Giardino dell’Orticoltura in Florenz nach der Restaurierung
Das restaurierte Tepidarium del Roster im Giardino dell’Orticoltura ist wieder geöffnet.

Tepidarium del Roster in Florenz:
Der Glaspalast im Giardino dell’Orticoltura

Am 2. Oktober wurde im Giardino dell’Orticoltura ein besonderer Florentiner Ausstellungsraum wieder eröffnet: das Tepidarium del Roster. Neun Monate lang wurde die große Halle aus Eisen und Glas restauriert. Nun gehört sie wieder zum Geschehen der traditionellen Pflanzen- und Blumenschau. Jenem Anlass, für den sie einst gebaut wurde.

Die Geschichte beginnt mit einer botanischen Neugier, die Florenz im 19. Jahrhundert erfasste. Neue Pflanzen, Gartenbau und die Pflege von Obst- und Gemüsekulturen fanden so viel Interesse, dass die Accademia dei Georgofili 1852 die Gründung einer Gartenbaugesellschaft vorbereiten ließ. Nach erfolgreichen Ausstellungen entstand 1854 die Società Toscana di Orticultura. Bald brauchte sie ein eigenes Gelände zum Experimentieren: mit exotischen Gewächsen ebenso wie mit Nutzpflanzen. Daraus entwickelte sich der heutige Giardino dell’Orticoltura.

Als Florenz 1880 die erste nationale Gartenbauausstellung ausrichtete, bekamen die Pflanzen eine eindrucksvolle Unterkunft. Giacomo Roster entwarf eine knapp vierzig Meter lange Halle mit einem Dach, dessen Form an einen Schiffsrumpf erinnert. Vorbild waren die großen Glasbauten des Jahrhunderts, allen voran der Londoner Crystal Palace. Das Tepidarium sollte Pflanzen aus subtropischen und gemäßigten Klimazonen aufnehmen. Licht und Wärme gehörten hier zur Aufgabe des Gebäudes.

Auch seine Herstellung erzählt ein Stück toskanischer Geschichte. Der Florentiner Francesco Marini fertigte die Modelle für die Gussarbeiten; Werkstätten und Gießereien in Pistoia lieferten die eisernen Bauteile und die gusseisernen Säulen. Hinter der filigranen Erscheinung steckte das Zusammenspiel von Entwurf, Handwerk und Industrie. Schon bald fanden unter dem Glasdach außerdem Konzerte, Kunstausstellungen und sogar Geflügelschauen statt.

Bei der jüngsten Restaurierung wurden beschädigte Bauteile erneuert und die Regenwasserableitung verbessert. Automatisch gesteuerte Dachöffnungen sollen künftig für mehr natürliche Belüftung sorgen. Der Glaspalast bleibt also auf Pflege angewiesen – ganz wie das, was ursprünglich darin wachsen sollte.

Heute bietet er Raum für Kultur, Begegnungen und Veranstaltungen. Und er erinnert an ein Florenz, das sich voller Neugier mit neuen Pflanzen und neuen Bauweisen beschäftigte. Wer durch den Garten geht, entdeckt hier neben dem Grün auch ein Stück Aufbruchsstimmung aus Eisen und Glas.

50 Jahre Il Papiro in Florenz:
Papiermarmorierung und Buchbindekunst

An Heiligabend 1976 öffneten zwei Freunde in der Via Cavour ihren ersten Laden. Francesco Giannini kam aus einer Buchbinderfamilie und brachte das gestalterische Können mit, Gianni Parenti das Gespür für Menschen und Beziehungen. Gemeinsam wollten sie alte Techniken der Florentiner Papierverzierung wiederbeleben. Il Papiro war geboren und feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag.

Wer die marmorierten Papiere betrachtet, entdeckt geschwungene Linien, Farbwirbel und Muster, die an Pfauenfedern erinnern. Sie schmücken Buchdeckel, Briefpapier, Schachteln und Fotoalben. Il Papiro arbeitet dabei mit Verfahren aus der handwerklichen Tradition des 17. Jahrhunderts, darunter die Marmorisierung und der Holzschnitt. Aus einem Blatt wird ein Gegenstand, den man aufbewahrt, beschreibt oder verschenkt.

Von Florenz aus fanden diese Dinge ihren Weg bis nach Florida und Australien. Die Herstellung ist jedoch in der Toskana geblieben: Im Labor von Capannuccia bei Bagno a Ripoli fertigen die Handwerker die Produkte für die Geschäfte weiterhin von Hand. Zwischen der Werkstatt und einer fernen Ladentheke können Tausende Kilometer liegen. Am Anfang stehen dieselben erlernten Handgriffe.

Die fünf Jahrzehnte verliefen nicht ohne Schwierigkeiten. Inzwischen hat eine neue Eigentümerschaft übernommen. Giancarlo Romiti und Anna Di Veroli führen das Unternehmen weiter; zum Jubiläum wurde gemeinsam mit den Handwerkern und Wegbegleitern gefeiert. Hinter den dekorierten Papieren steht schließlich ein Team, dessen Können sich über Jahre entwickelt hat.

Wie viel Arbeit in einem solchen Blatt steckt, lässt sich auch selbst ausprobieren. Il Papiro öffnet seine Werkstatt für Workshops zur Papiermarmorierung und Buchbinderei. Unter Anleitung entstehen ein eigener Bogen und, je nach Angebot, ein damit eingebundenes Notizbuch. Da bekommt das Wort »Handschrift« noch eine zweite Bedeutung, bevor überhaupt der erste Satz auf der Seite steht.

Zum Geburtstag gibt es außerdem 200 handgefertigte, von Hand nummerierte Notizbücher. Ihr Papier trägt ein Pfauenmuster in einer eigens entwickelten, von Gold inspirierten Farbkombination. Jedes Exemplar fällt anders aus. 50 Jahre Erfahrung und am Ende bleibt noch immer Raum für ein Blatt, das es so kein zweites Mal gibt.

  Galerie: Bilder der Woche 6 und 7

Buchette del vino in Florenz:
Das verschwundene Weinfenster der Villa Favard

Eine Mauer wird instand gesetzt. Danach fehlt ein Stück Geschichte. An der Villa Favard in der Via Aretina ist während der Arbeiten eine historische Buchetta del vino entfernt worden, samt ihrer ursprünglichen Einfassung. Darauf macht die Associazione Buchette del Vino aufmerksam. Besonders bemerkenswert: Die Weinöffnung war seit 2005 dokumentiert. Bereits im Mai 2024 hatte der Verein den Stadtbezirk und das Konservatorium auf ihren Erhalt hingewiesen.

Diese kleinen Öffnungen erzählen von einer Zeit, in der Florentiner Grundbesitzer den Wein ihrer Landgüter direkt aus ihren Häusern verkauften. Zwischen Straße und Keller genügte ein Fensterchen für den Durchgang der Weinflasche. Stadtpalast und Landwirtschaft waren durch eine Öffnung in der Wand miteinander verbunden.

Solche Spuren liegen leicht außerhalb des Blickfelds. Wer vor einem Florentiner Palast steht, schaut auf Wappen, Portale und Fenster. Die kleine Öffnung weiter unten muss man erst einmal bemerken. Genau diesen unscheinbaren Zeugnissen widmet sich der Verein, den Matteo Faglia, Diletta Corsini und Mary Christine Forrest 2015 gründeten. Sie erfassen die Buchette, erforschen ihre Geschichte und unterstützen ihre Restaurierung.

An der Villa Favard fordert die Vereinigung nun, die ursprüngliche Einfassung wieder einzusetzen, solange die Baustelle noch offen ist. Anschließend möchte sie eine mit der Denkmalbehörde abgestimmte Messingplakette anbringen, die auf die historische Weinöffnung hinweist.

Es wäre eine kleine Reparatur mit doppeltem Nutzen: Die Mauer bekäme ihr Detail zurück. Und wer künftig daran vorbeigeht, hätte einen Grund, genauer hinzusehen.

  Galerie: Bild der Woche 8

Franz von Assisi:
Neuer Feiertag und alte Pilgerwege rund um Arezzo

Der 4. Oktober ist seit diesem Jahr wieder ein gesetzlicher Feiertag in ganz Italien. Gewidmet ist er Franz von Assisi, der vor 800 Jahren, am Abend des 3. Oktober 1226, starb. Die Premiere fiel ausgerechnet auf einen Sonntag, der zusätzliche freie Werktag muss also noch warten.

Doch hinter dem neuen Feiertag steht mehr als eine Kalenderänderung. Das Gesetz nennt ausdrücklich Frieden, Brüderlichkeit, Umweltschutz und Solidarität. Bei den Feierlichkeiten in Assisi erinnerte Staatspräsident Sergio Mattarella daran, dass Franziskus auch Menschen außerhalb des christlichen Glaubens etwas bedeutet: durch seine Nähe zu Armen und Ausgegrenzten, seinen Respekt vor der Natur und seine Bereitschaft zum Dialog.

In der Toskana führen seine Spuren besonders ins Gebiet von Arezzo. Und dort beginnt eine Geschichte, die zunächst ziemlich unübersichtlich klingt: Franziskus sieht Dämonen über der Stadt jubeln. So erzählt es Bonaventura in seiner Legenda maior. Er schickt seinen Gefährten vor das Stadttor, um sie im Namen Gottes zu vertreiben. Die Dämonen fliehen, in Arezzo kehrt Frieden ein. Eine Heiligenlegende, deren Verbindung von Unfrieden und bösen Mächten acht Jahrhunderte später noch verständlich ist.

Zu diesem Jubiläum laden Arezzo und seine Kultur- und Tourismusstiftungen dazu ein, die Landschaft hinter den Geschichten zu entdecken. Die »Cammini di Francesco« verbinden Orte seines Lebens mit Wäldern, Klöstern und alten Wegen. Am Castello di Montauto etwa war Franziskus wiederholt Gast der Familie Galbino. Bei Cortona führt die Spur zum Eremo delle Celle, bei La Verna zu jenem Berg, an dem er der Überlieferung nach 1224 die Wundmale Christi empfing.

Das Ausflugsangebot hält außerdem eine überraschend weltliche Entdeckung bereit: Im »Bosco delle Fate«, dem Feenwald, strömt kühle Luft aus tiefen Felsspalten. Sie wurden früher als natürliche Eiskeller genutzt. Zwischen den großen religiösen Erinnerungsorten steckt also auch ganz praktische Landschaftsgeschichte.

Wer lieber Bilder als Wanderwege betrachtet, findet in Arezzo bis zum 10. Januar 2027 die Ausstellung »L’immagine di Francesco – Dal Medioevo al Novecento«. Sie zeigt, wie Künstler den Heiligen über die Jahrhunderte immer wieder anders gesehen haben. Die Wege rund um Arezzo führen dagegen dorthin, wo aus der berühmten Figur wieder ein Mensch unterwegs wird: einer, der Unterkunft fand, sich zurückzog und Spuren hinterließ.

Toskana Wochenschau – Statue von Franz von Assisi am Eremo di Montecasale bei Sansepolcro
Franz von Assisi über dem Tal bei Sansepolcro: Das Eremo di Montecasale gehört zu den Orten, die an seine Wege durch die Toskana erinnern.

Engel-Ausstellung in Siena:
»Angeli« zwischen Tradition und Gegenwart

Flügel machen einen Engel auf den ersten Blick erkennbar. Doch wie malt man einen Boten aus einer Welt, die niemand sehen kann? Die Ausstellung »Angeli – Espressioni d’Arte in mostra« in Siena widmet sich den unterschiedlichen Antworten, die Menschen darauf gefunden haben.

Der Rundgang führt von mesopotamischen und griechischen Vorstellungen über jüdische und islamische Traditionen bis zur christlichen Engelsdarstellung und Ikonenmalerei. Die Arbeiten der Künstlergruppe Icona In Arte greifen diese Bildwelten auf und verbinden überlieferte Formen mit zeitgenössischer künstlerischer Suche. Veranstaltet wird die Schau von der Associazione Archeosofica.

Gerade in Siena, wo einem sakrale Kunst an so vielen Ecken begegnet, bietet das einen schönen Anlass, genauer hinzuschauen: Welche Aufgabe hat ein Engel im Bild? Überbringt er eine Botschaft, schützt er jemanden, oder markiert er die Grenze zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen? Mit solchen Fragen im Kopf bekommen auch vertraute Flügelwesen wieder etwas Rätselhaftes.

Die Ausstellung ist vom 10. Oktober bis 1. November in der Via Montanini 21 zu sehen, täglich von 11 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

  Galerie: Bilder der Woche 9 bis 11

Magnum Run 2026:
Oldtimer-Schnitzeljagd durch die Toskana

Hawaiihemden, alte Sportwagen und ein Name, der sofort den Schnauzbart von Tom Selleck vor Augen ruft: Die Magnum Run trägt ihre Achtzigerjahre-Nostalgie ziemlich offen spazieren. Doch hinter der Fernsehkulisse steckt eine rollende Schatzsuche.

Vom 16. bis 18. Oktober starten mehr als sechzig Autos von der Versilia aus durch die Toskana. Das Navi hat Pause. Stattdessen müssen die Teams mit Papierkarten, Hinweisen und Köpfchen ihren Weg finden. Strecke und Zwischenziele bleiben geheim und werden erst nach und nach verraten. Wer gewinnen will, braucht Orientierungssinn und Geschick. Ein schwerer Gasfuß allein hilft hier wenig.

Im Mittelpunkt stehen Autos aus den Achtziger- und Neunzigerjahren. Die Besatzungen dürfen sich passend zum Baujahr herausputzen; für ein gelungenes Zusammenspiel von Wagen und Kostüm gibt es sogar einen eigenen Preis. So wird die Toskana für ein Wochenende zum Spielbrett für Erwachsene. Und auf dem Beifahrersitz muss endlich wieder jemand mehr sagen als: »In zweihundert Metern rechts.«

  Galerie: Bilder der Woche 12 und 13

Pasta con cipolla:
Zwiebeln, Pecorino und ein bisschen Geduld

Die Zwiebel darf heute die Hauptrolle spielen. Langsam geschmort verliert sie ihre Schärfe, wird weich und süßlich und verbindet sich mit etwas Nudelwasser zu einer sämigen Sauce. Pecorino setzt einen würzigen Gegenpol, geröstete Walnüsse sorgen für Biss. Ein schlichtes Gericht, das sich mit wenigen Zutaten ziemlich fein herausputzt.

Zutaten für 4 Personen

  • 400 g Linguine oder Spaghetti
  • 600 g gelbe Zwiebeln
  • 3 EL Olivenöl
  • 100 ml trockener Weißwein, alternativ Gemüsebrühe
  • 3 Zweige Thymian
  • 80 g gereifter Pecorino, fein gerieben
  • 50 g Walnusskerne
  • etwas fein abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung, etwa 50 Minuten

  1. Die Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Streifen schneiden. Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Zwiebeln mit einer Prise Salz bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten anschwitzen.
  2. Die Hitze reduzieren und die Zwiebeln weitere 25–35 Minuten langsam schmoren. Regelmäßig umrühren. Sie sollen weich und leicht goldbraun werden. Falls sie ansetzen, jeweils einen kleinen Schluck Wasser hinzufügen.
  3. Währenddessen die Walnüsse grob hacken, in einer trockenen Pfanne leicht rösten und beiseitestellen.
  4. Weißwein und abgestreifte Thymianblättchen zu den Zwiebeln geben. Offen einige Minuten einkochen lassen. Die Pasta in Salzwasser knapp al dente kochen; vor dem Abgießen eine große Tasse Kochwasser auffangen.
  5. Pasta zu den Zwiebeln geben und mit zunächst etwa 100 ml Nudelwasser ein bis zwei Minuten durchschwenken. Die Pfanne vom Herd nehmen und kurz abkühlen lassen. Den Pecorino portionsweise unterrühren. Bei Bedarf weiteres Nudelwasser hinzufügen, bis die Sauce die Nudeln geschmeidig umhüllt.
  6. Mit schwarzem Pfeffer und wenig Zitronenabrieb abschmecken. Erst jetzt prüfen, ob noch Salz fehlt. Auf Teller verteilen und mit den gerösteten Walnüssen bestreuen.

Der kleine Kniff: Die Zitronenschale soll nur einen frischen Akzent setzen. Und die Zwiebeln brauchen keinen zusätzlichen Zucker, sie brauchen Zeit. Die lässt sich immerhin mit einem Glas Wein und dem Decken des Tisches überbrücken.

Pasta con cipolla – cremige Pasta mit geschmorten Zwiebeln, Pecorino und Kräutern
Langsam geschmorte Zwiebeln, Pecorino und Walnüsse machen aus wenigen Zutaten eine cremige Pasta.

Von den Zwiebelzöpfen auf Elba bis zum Pastateller war es diese Woche ein kleiner Umweg durch die Toskana. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und beim Zwiebeln schmoren ein bisschen Geduld.

Freitag. Toskana. Wochen-Ciao.
Nächste Woche wieder.
Euer Raphael


Bilder der Woche

  • Toskana Wochenschau – Vincenzo Anselmi mit einem Foto zur Cipolla di Patresi auf Elba
  • Toskana Wochenschau – zwei Frauen beim Bündeln der Cipolla di Patresi auf Elba, während ein Kind zwischen den Zwiebeln sitzt
  • Toskana Wochenschau – zwei Frauen beim Bündeln der Cipolla di Patresi in einem traditionellen Raum auf Elba
  • Toskana Wochenschau – Frau bei der Verarbeitung der Cipolla di Patresi zwischen roten Zwiebeln auf Elba
  • Toskana Wochenschau – Frau mit einem Zopf aus Cipolla di Patresi auf Elba
  • Toskana Wochenschau – Schreibset von Il Papiro in Florenz mit Federhalter, Tinte und dekorierter Schachtel
  • Toskana Wochenschau – marmorierte Notizbücher und Schreibhefte von Il Papiro in Florenz
  • Toskana Wochenschau – Buchetta del vino in Florenz mit Weinglas als Symbolbild
  • Toskana Wochenschau – geflügelter Engel auf einem Pferd in der Ausstellung „Angeli“ in Siena
  • Toskana Wochenschau – Engelchor mit Musikinstrumenten in der Ausstellung „Angeli“ in Siena
  • Toskana Wochenschau – geflügelter Engel mit Fisch in der Ausstellung „Angeli“ in Siena
  • Toskana Wochenschau – Teilnehmer der Magnum Run 2026 vor einem Oldtimer im Achtzigerjahre-Look
  • Toskana Wochenschau – Oldtimer-Konvoi der Magnum Run 2026 in einer toskanischen Altstadt

Manche dieser Notizen enden nicht hier.
Sie gehen weiter – in meinen Büchern.

 

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