Diesen Text habe ich ursprünglich im Oktober 2025 auf Instagram veröffentlicht, wenige Tage nachdem Max gegangen war. Als ich begann, die Gedanken und Geschichten meiner Webseite zu sammeln, war schnell klar, dass auch dieser Text hierher gehört.
Für Max (Sept. 2008 – 6. Okt. 2025)
Er war nicht geplant.
Ein kleines, knochiges Bündel aus dem Katzenschutz,
mit viel zu großen Ohren, bohrendem Blick
und keinerlei Absichten, sich beliebt zu machen.
Alle sagten: „Den will doch niemand.“
Ich sagte: „Er bleibt nur über den Jahreswechsel.“
Max sagte: „Ich bleib hier für immer.“
Und so wurde aus ein paar Tagen ein gemeinsames Leben.
Max war kein Kuschelkater.
Er hatte seinen eigenen Kopf, stellte Regeln auf, missachtete meine.
Er forderte seinen Platz im Leben genauso ein wie auf dem Sofa.
Es war nicht immer einfach mit ihm. Aber es war echt.
Und mit genau dieser Echtheit eroberte er mein Herz für sich
und seinen Platz auf unserem Sofa.
Die letzten Wochen waren schwer.
Niereninsuffizienz, Infusionen, Kraftverlust.
Ich habe ihn gehalten, gestreichelt, gefüttert, gehofft.
Und irgendwann verstanden:
Er wird nicht bleiben.
In seiner letzten Stunde lag er auf meiner Brust.
Ganz still. Ganz warm. Ganz Max.
Er sah mich an,
in seinen Augen lag kein Schmerz mehr.
Nur dieses leise Einverständnis:
„Es ist okay.“
Dann schloss er die Augen.
Schnurrte ein letztes Mal.
Und ging.
Max war kein Haustier.
Er war mein Mitbewohner, meine Inspiration.
Mein drolliger Imperator.
Mein kleiner, eigenwilliger Freund.
Mein kleiner grantiger Kumpel.
Und jetzt ist es still.
Unfassbar still.
Er fehlt.
Ich bin erfüllt von Traurigkeit.
Diese leise, lähmende Art, die sich in jede Bewegung schleicht.
Kein tapsender Schritt auf dem Flur.
Kein Kratzen an der Tür.
Kein Schnurren auf der Couch, wenn der Tag sich senkt.
Ein Platz ist nun leer.
Auch in mir.
Mach’s gut, Max.
Du warst nicht geplant.
Du warst viel mehr als das.
Du warst ein Geschenk.


Manche dieser Notizen enden nicht hier.
Sie gehen weiter – in meinen Büchern.