Du hast die Maut überlebt. Den Espresso fehlerfrei bestellt. Sogar das Parkticket verstanden. Und dann stehst du plötzlich vor einem Regal voller Crema Solare, Latte Solare, Spray Solare und Marken, die du noch nie gesehen hast. Willkommen im italienischen Sommer.
Die gute Nachricht vorweg: Wer in Italien Sonnencreme kaufen möchte, muss kein Experte für Hautpflege werden. Die Auswahl ist groß, die Qualität meist hoch und Sonnenschutz ist nahezu überall erhältlich. Trotzdem gibt es ein paar Unterschiede, die man kennen sollte.
Sonnencreme gibt es in Italien fast überall
Viele Urlauber vermuten, dass hochwertige Sonnencreme nur in der Apotheke erhältlich ist. Tatsächlich begegnet sie dir in Italien praktisch an jeder Ecke. Du findest Sonnenschutz unter anderem:
- in Supermärkten wie Coop, Conad oder Carrefour
- in Drogerien wie Tigotà oder Acqua & Sapone
- in Apotheken (Farmacia)
- in Badeorten oft sogar am Kiosk
Wer also erst am Strand merkt, dass die eigene Flasche noch zu Hause im Badezimmerschrank steht, muss nicht in Panik verfallen.
Die Begriffe kommen einem bekannt vor
SPF, UVA, UVB. Wer schon einmal in Deutschland Sonnencreme gekauft hat, wird hier keine Überraschungen erleben. Die wichtigsten Angaben entsprechen weitgehend dem, was man von zu Hause kennt.
Auch das kleine Symbol mit dem geöffneten Tiegel dürfte vielen bekannt vorkommen. Daneben steht häufig eine Angabe wie 9M, 12M oder 18M. Dieses sogenannte PAO-Symbol (Period After Opening) gibt an, wie viele Monate das Produkt nach dem Öffnen verwendet werden sollte.
Manche Menschen entsorgen ihre Sonnencreme nach jedem Sommer. Andere besitzen vermutlich noch dieselbe Flasche wie beim Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

Crema Solare oder Latte Solare?
Interessanter wird es bei den Produktbezeichnungen. Denn obwohl die Übersetzung recht einfach ist, verrät sie oft schon etwas über die spätere Anwendung.
Crema Solare
Die klassische Sonnencreme. Sie ist meist etwas reichhaltiger, fester und bleibt länger auf der Haut. Viele Menschen verwenden sie besonders gern für Gesicht, Schultern oder längere Aufenthalte im Freien.
Wer den ganzen Tag durch Florenz läuft, durch die Gassen von Siena schlendert oder auf einer Wanderung in den Hügeln der Toskana unterwegs ist, wird mit einer klassischen Crema Solare meist gut zurechtkommen.
Latte Solare
Die Sonnenmilch. Sie ist oft leichter, flüssiger und lässt sich schneller auf größeren Hautflächen verteilen. Gerade am Strand oder bei Familien mit Kindern wird sie deshalb häufig bevorzugt.
Wer nach jedem Bad im Meer erneut eincremen muss, lernt die Vorteile einer Latte Solare meist sehr schnell zu schätzen.
Daneben begegnen einem gelegentlich auch Begriffe wie Spray Solare oder Acqua Solare. Die Unterschiede sind meist weniger dramatisch, als die Namen vermuten lassen. Oft geht es schlicht um die Darreichungsform und das Hautgefühl.
Manchmal beginnt das Dolce Vita mit einer simplen Frage:
Crema Solare oder Latte Solare?
Italienische Marken, die man kennen kann
Neben bekannten Namen wie Nivea, Garnier, Avène oder La Roche-Posay begegnen Urlaubern in Italien oft Marken, die in Deutschland deutlich weniger bekannt sind. Dazu gehören beispielsweise:
- Farmacisti Preparatori
- Bionike
- Collistar
Vor allem Farmacisti Preparatori taucht regelmäßig auf, wenn man sich mit italienischem Sonnenschutz beschäftigt.
Zu finden in vielen Apotheken mit dem leuchtenden grünen Kreuz – fast alle Apotheker, mit denen ich sprach, empfahlen Farmacisti Preparatori. Die Produkte werden von Unifarco speziell für italienische Apotheken entwickelt und genießen einen guten Ruf für ihre Qualität bei gleichzeitig moderaten Preisen. Das bedeutet nicht, dass andere Marken schlechter wären. Interessant ist vielmehr die bemerkenswerte Einigkeit der befragten Apotheker.
Die wichtigste Erkenntnis
Wer in Italien Sonnencreme kaufen möchte, muss keine Wissenschaft daraus machen. Die wichtigsten Begriffe sind vertraut, hochwertige Produkte sind weit verbreitet und Sonnenschutz gehört im italienischen Sommer genauso selbstverständlich zum Alltag wie ein Espresso nach dem Mittagessen.
Und wenn auf der Flasche plötzlich Latte Solare statt Sonnenmilch steht, weißt du jetzt zumindest, warum.
Manche dieser Notizen enden nicht hier.
Sie gehen weiter – in meinen Büchern.