Erotik der Sprache beginnt oft dort, wo ein Satz aus der Reihe fällt. Der Satz ist ein grammatischer Unfall. Aber inhaltlich ein Volltreffer.
Es gibt nix Erotischeres als wie Menschen,
die wo richtig gut mit die Sprache und mit die Wörters umgehen tun. Autor leider unbekannt, aber tief verehrt. –
Ich habe ihn gelesen und sofort gemerkt, dass er etwas trifft, das sich sauber kaum sagen lässt.
Echte Erotik beginnt nicht mit Blicken. Nicht mit dem, was sichtbar ist. Sondern mit Gedanken, die plötzlich andere Richtungen nehmen. Die sich Zeit lassen. Die nicht sofort liefern. Mit Worten, die sich langsam ausziehen. Mit Sätzen, die dich nicht mehr loslassen.
Sexy ist das neue Sommerkleid. Erotik ist der Moment davor, wenn dein Kopf längst weiß, was deine Hände sich noch nicht trauen.
Ich habe Menschen erlebt, die konnten alles sagen – und nichts blieb. Und andere, die haben einen halben Satz stehen lassen. Der hat gereicht.
Wer mit Sprache umgehen kann, der berührt nicht – der bewegt. Lässt Buchstaben tanzen, Kommas vibrieren, Gedanken taumeln.
Und plötzlich atmest du schwer, ohne dass jemand dich je berührt hätte.
Ein Komma kann verführen. Ein Punkt kann alles beenden. Und ein Mensch, der mit Sprache spielt – der kann dich retten. Oder ruinieren. Oft ist es derselbe Satz.
Manche dieser Notizen enden nicht hier.
Sie gehen weiter – in meinen Büchern.